Tauben und Schadvögel erkennen

Neben Tauben werden eine ganze Reihe weiterer Vogelarten an und in menschlichen Gebäuden lästig. Die meisten der rund 500 deutschen Vogelarten fallen niemanden zur Last – ja, sie verdienen sogar unseren besonderen Schutz. Aber die falsche Vogelart am falschen Ort kann für Unternehmen zur Bedrohung werden. Zunächst sollte man wissen, mit welchem Gegner man es zu tun hat.

Wir helfen Ihnen, die wichtigsten Lästlinge der Lüfte zuverlässig zu erkennen und sagen Ihnen, welches Verhalten für die jeweilige Art typisch ist. Guter Rat ist manchmal teuer, vor allem wenn es gilt, die jeweiligen Vogelarten wieder loszuwerden. Egal ob Schwalbenabwehr oder Spatzenabwehr, egal, ob Sie Krähen vertreiben oder Tauben abwehren wollen. Wir zeigen Ihnen in den nächsten Kapiteln auf, welche Systeme zur Vogelabwehr definitiv geeignet sind, die lästigen Störenfriede wieder loszuwerden.

Im Folgenden erfahren Sie mehr über die Lebenszyklen und Gewohnheiten der häufigsten Schadvögel.

Türkentaube

(Streptopelia decaocto)

Aussehen

  • Die Türkentaube erreicht eine Größe von 27 bis 30 cm.
  • Ihr Gewicht liegt zwischen 150 und 200 g.
  • Das Gefieder der Türkentaube ist hellgrau und rötlichgrau. Auf dem Halsrücken befindet sich ein dünner schwarzer Nackenring.

Fortpflanzung

  • Die Hauptbrutzeit der Türkentaube ist von März bis September.
  • Im Normalfall finden 2 bis 4 Bruten pro Jahr statt.
  • Jedes Gelege enthält 2 Eier.
  • Die Brutzeit beträgt 14 bis 15 Tage.
  • Die Jungvögel der Türkentaube bleiben 15 bis 19 Tage im Nest bis sie dieses verlassen.

Lebensweise

  • Die Türkentaube nistet in Bäumen und Sträuchern sowie an geschützten Stellen von Häusern.
  • Sie ernährt sich vorwiegend von Saatgut und Körnern. Immer öfter dient auch Hausmüll als Hauptnahrungsquelle.
  • Türkentauben treten oft paarweise auf.

Verwilderte Stadttaube / Haustaube

(Columba livia forma domestica)

Aussehen

  • Die Verwilderte Stadttaube ist ca. 32 cm groß.
  • Ihr Gewicht beträgt zwischen 300 und 350 g.
  • Das Gefieder der Stadttaube ist blaugrau. Oft treten auch abweichende Farbvarianten auf.
  • Ihr Ruf ist ein typisch hohles Gurren.

Fortpflanzung

  • Die Hauptbrutzeit der Verwilderten Stadttaube ist von März bis September, kann bei günstigem Nahrungsangebot aber auch ganzjährig sein.
  • Im Normalfall finden 2 bis 3 Bruten pro Jahr statt.
  • Jedes Gelege enthält 2 Eier.
  • Die Brutzeit beträgt zwischen 17 und 19 Tage.
  • Die Jungvögel bleiben 35 bis 37 Tage im Nest bis sie dieses voll flugfähig und selbstständig verlassen.

Lebensweise

  • Die verwilderte Stadttaube lebt in Städten und angrenzendem Umland.
  • Sie hält sich in ständiger Nähe ihres Schlafplatzes auf.
  • Die Stadttaube ernährt sich hauptsächlich von Saatgut, Grünfutter und Hausabfällen.
  • Sie nistet vorwiegend auf Mauervorsprüngen, Simsen, im Inneren von Höhlen oder vergleichbaren Stellen an Gebäuden, mitunter auch in geschlossenen Räumen, die durch Fenster oder dergleichen erreicht werden können.

Kanadagans

(Branta canadensis)

Aussehen

  • Die Kanadagans erreicht eine Größe von 50 bis 120 cm. Ihre Flügel-spannweite beträgt 120 bis 170 cm.
  • Ihr Kopf und ihr Hals sind schwarz, die Backen und Flanken weiß gefärbt.
  • Sie hat einen bräunlich weißen Bauch und eine ähnlich farbige Brust.
  • Die Kanadagans zeichnet sich durch ihren kurzen schwarzen Schwanz aus. Auch die Beine und Füße sind schwarz gefärbt.
  • Frisch geschlüpfte Kanadagänse sehen Entenküken sehr ähnlich. Sie haben in den ersten 9 bis 10 Wochen ihres Lebens ein gelbgraues Federkleid und einen dunklen Schnabel.

Fortpflanzung

  • Die Kanadagans ist ein Familientier und paart sich auf Lebenszeit.
  • Die Weibchen legen nach der Paarung 4 bis 8 Eier ab.
  • Die Brutzeit beginnt im Frühjahr, der Nestbau im späten Frühjahr.
  • Die Weibchen verlieren während der Brutzeit ihre Flugfedern und sind somit für ca. 25 bis 28 Tage (nach dem Ausschlüpfen der Küken) flugunfähig.
  • Die Kanadagans wird in freier Wildbahn zwischen 10 und 24 Jahre alt.

Lebensweise

  • Die Kanadagans hält sich vorwiegend auf flachem Weideland in unmittelbarer Gewässernähe auf. Sie benötigt eine Wassertiefe von mindestens 1 m. In besiedelten Gebieten ist sie häufig in Stadtanlagen und Parks zu finden.
  • Ihre Nester befinden sich typischerweise im Weideland an Seen oder auf Inseln, aber auch an der Küste. Die Weibchen kehren häufig an die Brutplätze ihrer Mütter zurück.
  • Die Kanadagans ernährt sich von Vegetation, wie Getreide und Meerespflanzen.
  • Im Herbst wandert die Kanadagans in warme südliche Regionen ab und kehrt im Frühjahr zu ihrer Brutstätte zurück.
  • Kanadagänse sind an ihrem V-förmigen Flugbild erkennbar.

Möwe

(Family – Laridae)

Aussehen

  • Von den verschiedenen Möwenarten gelten nur einige als Lästlinge: die Mantelmöwe, die Heringsmöwe und die Silbermöwe.
  • Die Identifizierung kann schwierig sein, da sich das Federkleid der Möwe mit der Jahreszeit verändert.
  • Die Möwe zählt zu den mittelgroßen bis großen Vögel.
  • Sie ist meist weiß-grau gefiedert.

Fortpflanzung

  • Die Möwe ist ein Bodenbrüter.
  • Es erfolgt eine Brut pro Jahr in Gelegen von drei Eiern.
  • Die Brutzeit beträgt etwa 25 Tage.
  • Die Jungvögel verbringen 35 bis 42 Tage im Nest.

Lebensweise

  • Die Möwe ist ein Allesfresser.
  • Die Nahrungsgründe der Möwe können weit vom Schlafplatz entfernt liegen.
  • Die meisten Möwenarten leben an den Meeresküsten. Einige Arten (z.B. die Silbermöwe) können aber auch an größeren Gewässern im Binnenland brüten.

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