Lebensmittelhandel

Kostenlose und direkte Hilfe: 0800 1718003  oder mailen Sie uns

Verbraucherschutz

Lebensmittelproduzenten und Einzelhändler sind nicht nur verpflichtet, die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten, sondern auch die Verbraucher mit Informationen über Lebensmittel zu versorgen, die deutlich und richtig sind und auf wissenschaftlichen Nachweisen beruhen. Die Gesetzgebung untersagt die Verwendung von irreführenden Informationen und Behauptungen über Lebensmittel, um fairen Wettbewerb zwischen Unternehmen zu gewährleisten.

Die Kennzeichnung von Lebensmitteln ist das erste Mittel, Verbraucher über die Produkte zu informieren, die sie kaufen. Die Gesetzgebung zur Lebensmittelkennzeichnung bietet einen Leitfaden für Produzenten und Einzelhändler und verleiht den Verbrauchern das Recht auf den Erhalt grundsätzlicher Informationen über Zutaten, Nährwert, Herkunft und Sicherheitsangaben - einschließlich Mindesthaltbarkeit, Umgang mit dem Produkt, Zubereitungsanleitungen und Allergenen. Die Art der Information, Gestaltung der Etiketten (z.B. Größe, Position und Anordnung wichtiger Angaben) und die verwendete Wortwahl werden durch die gesetzlichen Vorschriften kontrolliert.

Die EU und USA geben vor, welche Begriffe verwendet werden dürfen, um Angaben über Lebensmittel zu machen.

Lebensmittelkennzeichnung in der EU

In der EU hat die jüngste Gesetzgebung den Rahmen für Nährwertinformationen modernisiert. Die EU-Verordnung 1169/2011 fasst zwei frühere Richtlinien zur Etikettierung, Aufmachung und Werbung für Lebensmittel und Nährwertkennzeichnung zusammen und hebt dabei mehrere andere auf (Europäische Kommission 2016).

Die Aufgabe der FIC-Verordnung ist es, "den Interessen des internen Marktes zu dienen" durch:

  • Vereinfachung des Gesetzes
  • Gewährleistung von Rechtssicherheit
  • Verringerung der administrativen Belastung
  • Vorteilen für die Bürger, durch verständliche und leserliche Etikettierungen

Nährwertangaben

Neue Abschnitte des EU-Lebensmittelrechts werden am 13. Dezember 2016 in Kraft treten, die die Bereitstellung bestimmter Nährwertangaben an die Verbraucher vorschreiben. Die Schlüsselpunkte hier sind:

  • Die Gesetzgebung gilt für Betriebe auf jeder Stufe der Lebensmittelkette und alle Lebensmittel, die für den Endverbraucher bestimmt sind (inkl. Lebensmittel, die von Anbietern von Gemeinschaftsverpflegung)
  • Die Verantwortung für die Bereitstellung der erforderlichen Angaben und der Gewährleistung ihrer Richtigkeit liegt beim Hersteller, der das Lebensmittel unter seinem Namen vermarktet. Ist dieser außerhalb der EU ansässig, liegt es beim Importeur
  • Zu den gesetzlich vorgeschriebenen Informationen gehören der Name des Lebensmittels, Zutaten, Nettomenge, Mindesthaltbarkeitsdatum, Gebrauchsanleitung und falls erforderlich, Name und Adresse des Unternehmers und eine Nährwertdeklaration
  • Informationen über ein Lebensmittel dürfen die Öffentlichkeit nicht irreführen, insbesondere durch die Behauptung, dass es besondere Eigenschaften oder Wirkungen besitze, die es nicht hat. Sie müssen genau, deutlich und für den Verbraucher leicht verständlich sein
  • Es gibt zusätzliche, gesetzlich vorgeschriebene Informationen für bestimmte Lebensmittelarten, die Zutaten wie Süßstoffe oder Ammoniumsalz enthalten, einen hohen Koffeingehalt haben, sowie für technisch hergestellte Nanomaterialien
  • Lebensmittel wie Kräuter und Gewürze, Aromastoffe, Kräutertees, frisches Obst und Gemüse, mit Kohlensäure versetztes Tafelwasser, Essig und Molkereiprodukte wie Käse, Butter, Sahne und fermentierte Milch benötigen keine Zutatenliste

Verwirrung bei der Etikettierung

Die Menge der Informationen bei der Etikettierung steigt sowohl aufgrund gesetzlicher Vorgaben, als auch durch gezielten Bedarf auf Seiten der Verbraucher. Die wissenschaftliche Forschung hat unser Wissen über die Produktion und Sicherheit der Lebensmittel, sowie über das, was als "gesund" definiert wird erweitert.

Durch die Bereitstellung von mehr Informationen auf Lebensmitteletiketten wird der Verbraucher bei der Auswahl bzgl.  Zutaten, Diäten, Gesundheit, Qualität, Geschmack, Nachverfolgbarkeit, Sicherheit, Nachhaltigkeit und sogar der Ethik der Lebensmittelproduktion unterstützt.

Das große Informationsangebot birgt jedoch auch die Gefahr, den Verbraucher mit Informationen zu überfrachten. Qualitätskennzeichen, Nährwertangaben, Beratungs- und Marketinginformationen und - in einigen Fällen irreführende und widersprüchliche Angaben - können viele Menschen überfordern (TNS, 2014).

Lebensmittelbetrug

Lebensmittelbetrug betrifft den Verbraucher direkt durch die Lieferung von nicht dem Standard entsprechenden, gefälschten oder gefährlichen Produkten. Dies führt zu einer Überzahlung des gekauften Produktes.

Demäß einem Bericht des Europäischen Parlaments (2013) handelt es sich dabei um "einen zunehmenden Trend, der eine strukturelle Schwäche innerhalb der Lebensmittelkette widerspiegelt".

Das Betrugsrisiko steigt zudem aufgrund der "Komplexität und des grenzübergreifenden Charakters der Lebensmittelkette". Dazu beigetragen haben unter anderem die Wirtschaftskrise, Haushaltskürzungen für Kontrollbehörden und "Druck aus dem Einzelhandelssektor und von anderer Seite, Lebensmittel immer preiswerter zu produzieren".

In Europa gibt es keine klare Definition bzw. gesetzliche Maßnahmen zur Kontrolle von Lebensmittelbetrug, außer der allgemeinen Gesetzgebung zur Lebensmittelsicherheit. Diese legt klar fest, dass Verbraucher über Produkte nicht getäuscht werden dürfen. (Europäisches Parlament, 2013)

Zu Lebensmittelbetrug zählt:

  • Der Austausch wichtiger Zutaten durch billigere Alternativen
  • Die falsche Kennzeichnung der Tierart, die in einem Fleischprodukt verwandt wurde
  • Fehlerhafte Gewichtsangaben
  • Der Verkauf normaler Lebensmittel, die Bio-Lebensmittel 
  • Fälschliche Verwendung von Ursprungs- oder Qualitätslogos
  • Kennzeichnung von Fisch aus Aquakultur als Wildfang
  • Produktfälschung
  • Die Vermarktung von Lebensmitteln nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum

Top 10 der Produkte, die häufig zum Ziel von Lebensmittelbetrug werden

  • Olivenöl
  • Fisch
  • Bio-Lebensmittel
  • Milch
  • Getreide
  • Honig- und Ahornsirup
  • Kaffee und Tee
  • Gewürze, wie z.B. Saffran und Chilipulver
  • Wein
  • Diverse Arten von Fruchtsaft

Zu den jüngsten Fällen in Europa gehörten die Vermarktung von normalem Mehl als Biomehl, Eier aus Legebatterien als organische Eier, Streusalz als Speisesalz, der Verkauf von Pferdefleisch als Rindfleisch, über den ausführlich berichtet wurde, und die Verwendung von mit Methanol kontaminiertem Alkohol in Spirituosen.

Quellen

European Commission. (2016). Food Information to consumers — legislation. Retrieved March 3, 2016, from European Commission.

European Parliament. (2013). Draft report on the food crisis, fraud in the food chain and the control thereof. Brussels: European Parliament.

Food and Drug Administration. (2016, February 2). Labeling & Nutrition Guidance Documents & Regulatory Information. Retrieved March 16, 2016, from fda.gov.

TNS. (2014). Study on the Impact of Food Information on Consumers’ Decision Making. TNS European Behaviour Studies Consortium.


Jetzt Kontakt aufnehmen:

Auch in Ihrer Nähe:

PLZ eingeben

Privatpersonen

(0 ct./ min.)
0800 1718175

Unternehmen

(0 ct./ min.)
0800 1718176